Meine berufliche Weiterentwicklung 1
Warum sich der Schwerpunkt meiner Arbeit verändert hat
Viele Menschen kennen mich seit Jahren als Trainerin und Coach für Gewaltfreie Kommunikation. Und immer wieder mal werde gefragt, ob ich heute eigentlich noch zu diesem Thema arbeite. Die Antwort lautet: Ja – und gleichzeitig nein.
Die Gewaltfreie Kommunikation ist nach wie vor ein wichtiger Teil meines Denkens und meiner beruflichen Tätigkeit. Doch sie steht heute für mich nicht mehr so sehr im Mittelpunkt wie früher. Im Laufe der letzten Jahre hat sich mein Schwerpunkt verändert. Nicht, weil ich mich von der GFK abgewendet habe, sondern weil ich auf meinem eigenen Weg immer neue Zusammenhänge entdeckt habe.
Diese Entwicklung möchte ich in dieser kleinen Blogserie gerne mit dir teilen, und auch, wo ich inhaltlich schließlich gelandet bin.
Lernen beginnt für mich immer mit einer eigenen Frage
Wenn ich auf meinen beruflichen Weg zurückblicke, erkenne ich einen roten Faden. Er beginnt nicht mit Methoden oder Konzepten, sondern mit Fragen.
Immer dann, wenn mich etwas persönlich beschäftigt oder ich im eigenen Leben an Grenzen stoße, beginne ich zu forschen. Ich lese, bilde mich weiter, probiere unterschiedliche Ansätze aus und beobachte, was sie in meinem eigenen Leben bewirken. Gleichzeitig fließen die Erfahrungen aus der Begleitung vieler Menschen mit ein.
Erst wenn sich daraus für mich ein stimmiges Verständnis entwickelt hat und ich das, was ich gelernt habe, selbst erprobt habe, wird es Teil meiner Arbeit. Deshalb entstehen meine Angebote nie nur aus Fachwissen. Sie entstehen aus dem Zusammenspiel von persönlicher Erfahrung, intensiver Auseinandersetzung und vielen Jahren praktischer Arbeit mit Menschen.
Kein geradliniger Weg
Meine berufliche Entwicklung war nie geradlinig.
In den vergangenen mehr als dreißig Jahren habe ich mich mit sehr unterschiedlichen Themen beschäftigt. Die Gewaltfreie Kommunikation war eines davon. Dazu kamen außerdem systemisches Denken, Burnout und Stressmanagement, Persönlichkeitsentwicklung, Neurowissenschaften, Symbolarbeit, die Methode ESPERE nach Jacques Salomé und LifeTrust Coaching von Veit Lindau.
Rückblickend sehe ich diese Ansätze nicht als einzelne Methoden, zwischen denen man sich entscheiden muss. Jeder von ihnen hat meinen Blick auf mich selbst und den Menschen allgemein erweitert. Jeder hat eine andere Perspektive auf dieselbe Frage eröffnet:
-
- Was hilft mir und den Menschen, sich selbst besser zu verstehen und ihr Leben bewusster zu gestalten?
Mit der Zeit wurde mir immer klarer, dass sich viele dieser Sichtweisen ergänzen. Sie beschreiben oft dieselben menschlichen Erfahrungen – nur aus einem jeweils anderen Blickwinkel und mit einer unterschiedlichen Sprache.
Puzzelteile finden zusammen
Irgendwann bemerkte ich, dass sich meine Art zu arbeiten verändert hatte.
Ich dachte nicht mehr in einzelnen Methoden. Je nach Situation waren einmal Gedanken aus der Gewaltfreien Kommunikation hilfreich, ein anderes Mal Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften oder aus der Symbolarbeit. Alles durfte nebeneinander bestehen und sich gegenseitig ergänzen.
Ich musste mich nicht mehr entscheiden, welcher Ansatz der „richtige“ ist. Viel wichtiger wurde für mich die Frage, was mich und die Menschen, die sich an mich wenden, dabei unterstützt, ihre eigenen inneren Zusammenhänge besser zu verstehen. Dadurch entstand nach und nach eine Arbeitsweise, in der unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven selbstverständlich zusammenfließen.
Ein Gesamtbild wird sichtbar
Wenn ich heute auf meinen Weg schaue, wirkt vieles erstaunlich stimmig. Während der einzelnen Stationen konnte ich das oft noch nicht erkennen. Erst im Rückblick sehe ich, wie die verschiedenen Erfahrungen miteinander verbunden sind.
Es gab nicht den einen entscheidenden Moment und auch nicht die eine Methode, die alles verändert hat. Stattdessen entstand nach und nach das Gesamtbild des Puzzels, das viele meiner bisherigen Erkenntnisse miteinander verbindet.
Warum ausgerechnet das spannende Konzept "Das Innere Dorf" dabei zu meinem wichtigsten Werkzeug geworden ist, möchte ich im nächsten Artikel erzählen.
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